dragoncut spectraplus omtech

OMTech Spectra Pro, wenn Gravieren allein nicht mehr reicht

Wer sich mit Lasern beschäftigt, kann heute eine erstaunliche Vielfalt an Materialien schneiden, gravieren und markieren.

Doch eines können selbst moderne Lasersysteme nur sehr eingeschränkt: echte Farben auf ein Material bringen.

Genau an dieser Stelle beginnt das Einsatzgebiet eines UV-Druckers.

Mit dem OMTech Spectra Pro bietet OMTech einen A3+-UV-Flachbettdrucker an, mit dem Bilder, Grafiken, Schriftzüge und andere Motive direkt auf unterschiedlichste Gegenstände und Materialien gedruckt werden können.

Für Laser-Anwender eröffnet das ganz neue Möglichkeiten, denn Laserschneiden, Gravieren und farbiger UV-Druck lassen sich hervorragend miteinander kombinieren.


 

Was ist eigentlich ein UV-Drucker?

Das grundlegende Prinzip erinnert zunächst an einen normalen Tintenstrahldrucker.

Der große Unterschied liegt jedoch in der verwendeten Tinte und ihrer Aushärtung.

Ein UV-Drucker trägt spezielle flüssige UV-Tinte direkt auf die Oberfläche eines Werkstücks auf. Unmittelbar danach wird die Tinte mit UV-Licht bestrahlt und ausgehärtet.

Es gibt also keinen klassischen Trocknungsprozess.

Dadurch lassen sich nicht nur Papier oder andere saugfähige Medien bedrucken, sondern auch harte und nicht saugende Oberflächen.

OMTech nennt für den Spectra Pro unter anderem Acryl, Kunststoff, Holz, Leder, Metall, Glas und Keramik als mögliche Materialien.

Gerade darin liegt einer der großen Unterschiede zu klassischen Druckverfahren.

Eine Druckfläche im A3+-Format

Der Spectra Pro besitzt eine Druckfläche von 350 × 450 mm.

Das ist etwas größer als DIN A3 und bietet genügend Platz für viele typische Projekte – beispielsweise Schilder, Platten, Bilder, Gehäuse, Dekorationen oder personalisierte Produkte.

Das Druckbett ist als Aluminium-Wabenvakuumtisch ausgeführt. Durch den Unterdruck können vor allem flache und leichte Materialien während des Druckvorgangs sicher fixiert werden.

Werkstücke dürfen dabei laut OMTech bis zu 140 mm hoch sein. Die Höhe wird automatisch über eine IR-Höhenerkennung ermittelt.

Damit ist der Spectra Pro nicht ausschließlich auf flache Platten beschränkt.

 

Zwei Druckköpfe für Farbe, Weiß und Lack

Im Spectra Pro arbeiten zwei Epson-F1080-Druckköpfe mit jeweils 1.080 Düsen.

Die maximale angegebene Druckauflösung beträgt 1.440 × 720 dpi.

Noch interessanter als die reine Auflösung ist jedoch die verwendete Tintenkonfiguration.

Der Spectra Pro arbeitet mit:

CMYK + Weiß + Klarlack

CMYK liefert die eigentlichen Farben.

Die weiße Tinte erfüllt beim UV-Druck eine besonders wichtige Aufgabe. Auf dunklen oder transparenten Materialien kann zunächst eine weiße Grundschicht gedruckt werden. Erst darauf folgt anschließend das eigentliche farbige Motiv.

Dadurch bleiben die Farben kräftig und werden nicht von der Farbe des Untergrundes beeinflusst.

Klarlack für Glanz und besondere Effekte

Zusätzlich verfügt der Spectra Pro über einen Lackkanal.

Der transparente Lack kann entweder großflächig oder nur auf bestimmten Bereichen eines Motivs eingesetzt werden.

So lassen sich beispielsweise Schriftzüge, Logos oder einzelne Details gezielt glänzend hervorheben.

Interessant wird es aber vor allem dann, wenn mehrere Tintenschichten übereinander gedruckt werden.

Dadurch entstehen fühlbare Strukturen und Reliefs.

OMTech gibt für den Spectra Pro Schichtaufbauten mit 3D-Effekten bis zu 5 mm Höhe an.

Damit kann aus einer einfachen zweidimensionalen Grafik eine Oberfläche entstehen, die nicht nur sichtbar, sondern auch fühlbar ist.


UV-Druck und Laser ergänzen sich hervorragend

Für uns ist der Spectra Pro besonders deshalb interessant, weil sich UV-Druck und Lasertechnik sehr gut ergänzen.
Mit einem Laser lassen sich beispielsweise zunächst:
  • - Holz oder Acryl schneiden,
  • - Konturen und Aussparungen erzeugen,
  • - Werkstücke gravieren,
  • - Gehäuse oder Schilder herstellen.

Anschließend übernimmt der UV-Drucker die farbliche Gestaltung.

Ein ausgeschnittenes Acrylschild kann beispielsweise mit einem vollfarbigen Motiv versehen werden. Holz lässt sich gravieren und anschließend farbig bedrucken. Auch Metallplatten, Schilder, Gehäuse oder Dekorationen können direkt gestaltet werden.

Damit entsteht aus zwei eigentlich vollkommen unterschiedlichen Verfahren ein interessanter gemeinsamer Workflow:

Schneiden – Gravieren – Bedrucken – Veredeln.

Auch OMTech sieht genau diese Kombination aus Lasertechnik und UV-Druck als eines der möglichen Einsatzgebiete des Spectra Pro.

Direktdruck statt Transferverfahren

Ein weiterer interessanter Punkt ist, dass das Motiv direkt auf das Werkstück gedruckt wird.

Es wird also nicht zunächst auf eine Folie oder ein Transfermedium gedruckt, das anschließend auf das eigentliche Produkt übertragen werden muss.

Das kann gerade bei Einzelstücken und personalisierten Produkten interessant sein.

Fotos, Illustrationen, Logos, Texte oder Farbflächen können direkt Bestandteil des Werkstücks werden.

Da die Tinte unmittelbar während des Druckvorgangs mit UV-Licht ausgehärtet wird, ist die Oberfläche direkt nach dem Druck bereits fest.

Weißtinte braucht besondere Aufmerksamkeit

Wer sich mit UV-Druck beschäftigt, begegnet relativ schnell einem besonderen Thema:

weiße UV-Tinte.

Die darin enthaltenen Pigmente neigen dazu, sich abzusetzen. Bei UV-Druckern ist deshalb eine zuverlässige Zirkulation der Weißtinte besonders wichtig.

Der Spectra Pro verfügt dafür über ein Zirkulations- und Rührsystem.

Zusätzlich führt das Gerät laut OMTech automatisch Reinigungszyklen durch und versorgt die Druckköpfe im Ruhezustand mit Feuchthalteflüssigkeit. Ein automatischer Reinigungszyklus soll alle zwölf Stunden erfolgen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass ein UV-Drucker vollkommen wartungsfrei ist.

Anders als bei einem Laser arbeitet man hier mit flüssigen Tinten, Düsen, Dampern, Leitungen und Druckköpfen. Pflege und regelmäßige Kontrolle gehören deshalb grundsätzlich zum UV-Druck dazu.

OMTech Print als Drucksoftware

Zum Spectra Pro gehört die Software OMTech Print.

Unterstützt werden unter anderem TIFF-, JPG-, PNG-, PDF- und EPS-Dateien. Die Verbindung zum Drucker erfolgt über Ethernet.

Die Software übernimmt dabei mehr als nur die Ausgabe eines Farbbildes.

Laut OMTech können Weiß- und Lackkanäle automatisch erzeugt werden. Auch aus zweidimensionalen Motiven sollen sich entsprechende Ebenen für strukturierte Drucke erstellen lassen.

Gerade für Einsteiger ist das interessant, denn bei einem UV-Drucker müssen neben dem eigentlichen CMYK-Bild auch Informationen darüber vorhanden sein, wo Weiß und wo Lack gedruckt werden sollen.

Auch runde Gegenstände sind möglich

Optional lässt sich der Spectra Pro mit einem Rotationsaufsatz erweitern.

Damit können auch runde oder gewölbte Gegenstände bedruckt werden.

Das erweitert den Einsatzbereich deutlich, denn UV-Druck muss dadurch nicht ausschließlich auf klassischen flachen Platten stattfinden.

Die wichtigsten technischen Daten

Der Spectra Pro bringt rund 69,4 kg auf die Waage und misst etwa 780 × 575 × 560 mm.

Die Druckfläche beträgt 350 × 450 mm, die maximale Werkstückhöhe 140 mm.

Zum Einsatz kommen zwei Epson-F1080-Druckköpfe. Die Tintenkonfiguration besteht aus CMYK, zwei Weißkanälen und Lack. Zwei UV-Lampen mit jeweils 100 Watt übernehmen die Aushärtung.

Die angegebenen 250-ml-Tintentanks werden automatisch versorgt und der Tintenstand wird überwacht. Die maximale Druckleistung gibt OMTech mit bis zu 2,4 m² pro Stunde an.

dragoncut spectraplus omtech

Für wen ist ein UV-Drucker interessant?

Ein UV-Drucker wie der Spectra Pro richtet sich aus unserer Sicht vor allem an Anwender, die ihre bisherigen Möglichkeiten erweitern möchten.

Während ein Laser Material abträgt, schneidet oder seine Oberfläche verändert, fügt der UV-Drucker etwas hinzu: Farbe, Weiß, Glanz und Struktur.

Gerade für personalisierte Produkte, Schilder, Dekorationen, Geschenkartikel, Fotos, Logos oder Kleinserien eröffnet das vollkommen neue Gestaltungsmöglichkeiten.

Für jemanden, der bereits einen Laser besitzt, muss ein UV-Drucker deshalb nicht unbedingt eine Alternative sein.

Viel eher ist er eine Ergänzung.

Und genau das macht diese Technik für uns so interessant.

Laser und UV-Drucker können jeweils Dinge, die der andere nicht kann.

Kombiniert man beide Verfahren miteinander, entstehen Projekte, die mit nur einer der beiden Maschinen kaum oder überhaupt nicht möglich wären.

Der OMTech Spectra Pro ist damit nicht einfach nur ein weiterer Drucker.

Er eröffnet eine zusätzliche Möglichkeit, aus einem geschnittenen oder gravierten Werkstück am Ende ein vollständig gestaltetes Produkt zu machen.

 

 

Ich hoffe der Beitrag "Omtech UV Drucker Spectra Pro " hat Euch weitergeholfen.

 Weitere Artikel im Blog.